Zähneknirschen und Pressen sind weit verbreitet: Bis zu 16 von 100 Erwachsenen knirschen im Schlaf, bis zu 31 von 100 pressen tagsüber, oft ohne es zu merken. Häufige Auslöser sind Anspannung und Stress, dazu Schlafstörungen, Alkohol, Nikotin und manche Medikamente. Ganz abstellen lässt sich das Knirschen meist nicht, gut in den Griff bekommen aber schon: Eine individuell eingestellte Schiene schützt die Zähne in der Nacht, und wer seine Gewohnheiten kennt, entlastet Kiefer und Muskeln auch am Tag. Lassen Sie es anschauen, wenn Zähne abflachen, Kanten absplittern oder Sie mit verspanntem Kiefer aufwachen.
Stand 4. November 2026
In der Nacht und am Tag
- Im Schlaf: Die Kaumuskeln arbeiten rhythmisch oder pressen anhaltend, meist unbemerkt. Oft hört es zuerst der Mensch, der neben Ihnen schläft.
- Am Tag: Die Zähne liegen aufeinander, der Kiefer ist angespannt, etwa bei konzentrierter Arbeit am Bildschirm oder im Verkehr. In Ruhe berühren sich die Zähne eigentlich kaum, nur beim Kauen und Schlucken.
Woran Sie merken, dass Sie knirschen
- ein verspannter Kiefer oder müde Kaumuskeln am Morgen
- Kopf- oder Nackenschmerzen beim Aufwachen
- empfindliche Zähne
- abgeflachte, kürzer wirkende oder abgesplitterte Zahnkanten
- Füllungen oder Kronen, die brechen
- kräftige Kaumuskeln, das Gesicht wirkt kantiger
In der Kontrolle sehen wir die Spuren an den Zähnen, oft bevor Sie selbst etwas merken.
Woher es kommt
Meist kommen mehrere Gründe zusammen:
- Anspannung, Stress und Sorgen, vor allem beim Pressen am Tag
- Schlafstörungen, auch Atemaussetzer im Schlaf
- Alkohol, Nikotin und Drogen
- manche Medikamente, etwa bestimmte Mittel gegen Depressionen oder ADHS
- Sodbrennen
Nehmen Sie ein Medikament neu und knirschen seither, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an. Setzen Sie es nicht selbst ab.
Den Biss dauerhaft zu verändern, etwa durch Einschleifen oder neue Kronen, beseitigt das Knirschen nach heutigem Wissen nicht. Wir setzen deshalb auf Schutz und Entlastung.
Was hilft
- Bewusst werden. Wer tagsüber presst, merkt es oft nicht. Kleine Erinnerungen helfen, etwa ein farbiger Punkt am Bildschirm: Bei jedem Blick darauf prüfen Sie, ob Ihre Zähne locker auseinanderliegen. Ein Merksatz dafür: Lippen zu, Zähne auseinander, Zunge locker.
- Die Zähne nachts schützen. Eine Michigan-Schiene aus festem Kunststoff schützt vor Abrieb und entlastet die Kaumuskeln. Sie wird nach einem digitalen Scan gefertigt und genau auf Ihren Biss eingestellt. Was sie von einer Schiene aus der Drogerie unterscheidet, lesen Sie im Beitrag «Knirscherschiene online oder vom Zahnarzt?».
- Die Spannung senken. Progressive Muskelentspannung, Bewegung und genug Schlaf senken die Grundspannung. Bei starken Beschwerden lockert eine Physiotherapie die Kaumuskeln.
- Auslöser angehen. Alkohol am Abend und Nikotin reduzieren. Lautes Schnarchen, Atemaussetzer und Müdigkeit am Tag lassen Sie ärztlich abklären.
Was die Schiene kann und was nicht
Die Schiene schützt die Zähne zuverlässig. Das Knirschen selbst verhindert sie nicht immer. Viele Beschwerden in Kiefer und Kopf lassen damit aber nach. Darum verbinden wir die Schiene mit dem Blick auf Ihren Alltag. Wenn zusätzlich das Kiefergelenk schmerzt oder knackt, lesen Sie weiter im Beitrag «CMD: Wenn Kiefer, Kopf und Nacken schmerzen».



