CMD, kurz für craniomandibuläre Dysfunktion, ist ein Sammelbegriff für Beschwerden der Kaumuskeln und der Kiefergelenke. Typisch sind Schmerzen beim Kauen, ein knackender Kiefer, ein Mund, der sich nicht ganz öffnen lässt, und Kopf-, Nacken- oder Ohrenschmerzen. Häufige Auslöser sind Knirschen und Pressen, Anspannung und Stress. Die gute Nachricht: Mit schonenden Massnahmen wie einer Aufbissschiene, Wärme, Übungen und Physiotherapie bessern sich die Beschwerden bei über 90 von 100 Betroffenen innert sechs bis zwölf Monaten deutlich, wenn sie aktiv mitmachen. Lassen Sie es untersuchen, wenn die Schmerzen länger als vier Wochen anhalten, sehr stark sind oder sich der Mund kaum noch öffnen lässt.
Stand 4. November 2026
Typische Zeichen
- Schmerzen in den Kaumuskeln oder vor dem Ohr, beim Kauen, Gähnen oder Sprechen
- Knacken oder Reiben im Kiefergelenk
- ein Mund, der sich nicht ganz öffnen oder schliessen lässt
- Zähne, die plötzlich nicht mehr richtig aufeinanderpassen
- Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Ohrenschmerzen oder Ohrgeräusche
Viele waren schon bei mehreren Stellen, und niemand hat eine Ursache gefunden. Genau dann lohnt sich der Blick auf Kiefer und Kaumuskeln.
Knackt der Kiefer, ohne wehzutun?
Ein Knacken ohne Schmerzen und ohne Einschränkung ist häufig und meist harmlos. Behandeln braucht man es in der Regel nicht. Melden Sie sich, wenn Schmerzen dazukommen, der Kiefer hängen bleibt oder sich der Mund weniger weit öffnen lässt.
Woher die Beschwerden kommen
Meist kommen mehrere Dinge zusammen: Knirschen und Pressen, Anspannung und Stress, eine einseitige Haltung am Schreibtisch, seltener ein Unfall oder ein Biss, der nicht stimmt. Dauerstress hält die Kaumuskeln angespannt, und angespannte Muskeln schmerzen. Mehr zum Knirschen lesen Sie im Beitrag «Zähneknirschen: Ursachen und was hilft».
Was Sie selbst tun können
- Wärme: Ein feucht-warmes Tuch um den Nacken legen, darüber ein trockenes, etwa 15 Minuten im Liegen.
- Massage: Den grossen Kaumuskel an der Wange mit festem Druck lockern.
- Den Kiefer schonen: wenig Kaugummi, kein Nägelkauen. In schmerzhaften Phasen hilft weiche Kost.
- Entspannen und bewegen: Ausdauersport, genug Schlaf, Progressive Muskelentspannung.
- Üben: Wer in der Physiotherapie Übungen gelernt hat, macht sie zu Hause weiter.
Was wir in der Praxis tun
- Zuhören und untersuchen. Wir fragen nach Ihren Beschwerden und Ihrem Alltag und untersuchen Kaumuskeln, Kiefergelenke und Biss.
- Das Zusammenspiel verstehen. In der Funktionsdiagnostik schauen wir, wie Ober- und Unterkiefer zusammenfinden und wo Belastung entsteht.
- Entlasten. Eine Michigan-Schiene, nach einem digitalen Scan gefertigt und fein eingestellt, entlastet Muskeln und Gelenke und schützt die Zähne.
- Gemeinsam behandeln. Wo es hilft, empfehlen wir eine Physiotherapie für die Kaumuskeln. Bei Ohrgeräuschen oder Schwindel klärt zusätzlich Ihre Hausärztin oder eine Fachärztin für Hals, Nasen und Ohren ab.
Zuerst kommen Massnahmen, die sich wieder rückgängig machen lassen. Zähne beschleifen oder den Biss dauerhaft verändern gehört nicht an den Anfang.



