Ratgeber · Dentalhygiene

Ölziehen: Was bringt es für die Zähne?

Zahnbürste und Interdentalbürsten auf Leinen, die gegen Zahnbelag mehr ausrichten als Ölziehen

Ölziehen fühlt sich für viele frisch an, ein belegter Nutzen für die Zähne fehlt aber. Die Studien dazu sind klein und haben deutliche Mängel. Gegen festen Zahnbelag hilft Ölziehen nicht besser als Spülen mit Wasser, und es ersetzt weder das Zähneputzen noch die Reinigung der Zwischenräume. Wer es gern macht, kann es vor dem Zähneputzen beibehalten. Den Belag entfernen Zahnbürste, Interdentalbürsten und die regelmässige Dentalhygiene.

Stand 4. November 2026

So geht Ölziehen

Ölziehen stammt aus der ayurvedischen Lehre. Man bewegt etwas Pflanzenöl, meist Kokos- oder Sesamöl, 10 bis 15 Minuten im Mund, zieht es durch die Zähne und spuckt es dann aus.

Was die Studien zeigen

  • Die Versprechen, Ölziehen helfe gegen Mundgeruch, Zahnfleischbluten, Karies oder Belag, stützen sich vor allem auf eine kleine Studie aus dem Jahr 2008 mit 20 Teilnehmenden.
  • Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration von 2020 fand in dieser Studie und zwei Folgestudien deutliche Mängel.
  • Weitere Versprechen wie Entgiften oder Hilfe bei Kopfschmerzen und Hautproblemen sind nicht untersucht.
  • Die American Dental Association empfiehlt Ölziehen nicht als Mundhygiene.

Schadet Ölziehen?

In der Regel nicht. Das grösste Risiko: Man verlässt sich darauf und putzt weniger gründlich. Wer viel Öl verschluckt, kann Magenbeschwerden bekommen.

Was stattdessen wirkt

  • Zweimal täglich putzen, mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
  • Einmal täglich die Zwischenräume reinigen. Was zu Ihnen passt, lesen Sie im Beitrag «Zahnseide oder Interdentalbürste?».
  • Bei Mundgeruch die Zunge mitreinigen. Mehr dazu im Beitrag «Was hilft gegen Mundgeruch?».
  • Regelmässig zur Dentalhygiene, für die meisten alle sechs Monate.
  • Für hellere Zähne: Die Dentalhygiene entfernt Verfärbungen von aussen. Ein Bleaching mit Philips Zoom hellt den Zahn selbst auf.
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