Bei einer Wurzelbehandlung entfernen wir das entzündete oder abgestorbene Gewebe aus dem Inneren des Zahns, reinigen die feinen Wurzelkanäle vollständig und verschliessen sie dicht. So bleibt Ihr eigener Zahn erhalten. Die Behandlung erfolgt mit örtlicher Betäubung: Sie spüren Berührung, aber keinen Schmerz. Meist sind es ein bis zwei Sitzungen. Danach schützen wir den Zahn, je nach verbliebener Substanz oft mit einer Teilkrone oder Krone aus Keramik.
Stand 4. November 2026
Wann eine Wurzelbehandlung sinnvoll ist
Im Inneren jedes Zahns liegt das Zahnmark, ein feines Gewebe aus Nerven und Blutgefässen, das bis in die Wurzelspitzen reicht. Dringen Bakterien ein, etwa über eine tiefe Karies, einen Riss oder eine undichte Füllung, entzündet es sich. Von selbst heilen kann es dann nicht mehr.
Typische Zeichen sind ein pochender Schmerz, oft nachts, eine heftige Reaktion auf Kaltes oder Warmes, die lange nachklingt, und Schmerzen beim Draufbeissen. Manchmal stirbt das Zahnmark auch unbemerkt ab, und eine Entzündung an der Wurzelspitze zeigt sich erst auf dem Röntgenbild.
Der Ablauf, Schritt für Schritt
- Verstehen. Wir untersuchen den Zahn mit digitalem Röntgen und unter dem Mikroskop. Sie erhalten eine klare Einschätzung, wie gut sich der Zahn erhalten lässt, und einen schriftlichen Behandlungsplan.
- Betäuben. Die Behandlung erfolgt mit örtlicher Betäubung. Sie spüren Berührung, aber keinen Schmerz, und wir arbeiten in Ihrem Tempo.
- Abschirmen. Ein dünnes Gummituch, der Kofferdam, legt sich um den Zahn. Es hält Speichel und Bakterien fern und schützt Sie vor den Spüllösungen.
- Reinigen. Über eine kleine Öffnung in der Kaufläche erreichen wir die Kanäle. Unter bis zu 25-facher Vergrösserung finden wir alle, auch die feinen und verborgenen. Mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spüllösungen reinigen wir sie bis zur Wurzelspitze.
- Verschliessen. Die Kanäle werden dicht gefüllt und der Zahn stabil verschlossen. Ist die Entzündung stark, legen wir zwischen zwei Sitzungen ein Medikament in die Kanäle, damit sie ausheilt.
- Schützen. Ein wurzelbehandelter Zahn ist oft geschwächt. Damit er lange hält, schützen wir ihn je nach verbliebener Substanz mit einer Teilkrone oder Krone aus Keramik.
Was das Mikroskop verändert
Wurzelkanäle sind fein, oft verzweigt und von blossem Auge kaum zu sehen. Bleibt ein Kanal unentdeckt, bleiben dort Bakterien zurück. Unter bis zu 25-facher Vergrösserung sehen wir feine Kanäle, Risse und Reste früherer Füllungen. Was man sieht, kann man behandeln. Für Sie heisst das: ein gründlich gereinigter Zahn, der ruhig bleibt und Ihnen lange erhalten bleibt. Dr. Dominika Kleinert-Baltsios arbeitet seit 2013 am Mikroskop, heute am Zeiss Extaro 300.
Tut eine Wurzelbehandlung weh?
In der Regel nicht. Mit der örtlichen Betäubung spüren Sie Berührung, aber keinen Schmerz. Oft lässt der Schmerz, mit dem Sie gekommen sind, schon nach der ersten Sitzung nach. Ist ein Zahn stark entzündet, wirkt die Betäubung manchmal langsamer. Dann ergänzen wir sie, bis Sie nichts mehr spüren.
In den Tagen danach kann der Zahn beim Kauen noch empfindlich sein. Was dann normal ist und was hilft, lesen Sie im Beitrag «Schmerzen nach der Wurzelbehandlung: Was ist normal?».
Wie lange dauert eine Wurzelbehandlung?
Meist sind es ein bis zwei Sitzungen von je rund 60 bis 90 Minuten. Bei einer Revision, also der erneuten Behandlung eines schon wurzelbehandelten Zahns, oder bei einer starken Entzündung planen wir mehr Zeit ein. Den Ablauf für Ihren Zahn halten wir im Behandlungsplan fest.
Wie gut sind die Aussichten?
Rund 9 von 10 Zähnen bleiben langfristig erhalten, nach einer ersten Wurzelbehandlung ebenso wie nach einer Revision. Den Ausschlag geben eine vollständige Reinigung aller Kanäle, ein dichter Verschluss und ein guter Schutz des Zahns danach. Wie gut die Aussichten für Ihren Zahn sind, prüfen wir vorab und besprechen es offen mit Ihnen.


