Leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl beim Kauen sind in den ersten Tagen nach einer Wurzelbehandlung normal. Das Gewebe rund um die Wurzelspitze war gereizt und beruhigt sich. Meist klingt das innert weniger Tage ab, und nach ein bis zwei Wochen ist der Zahn ruhig. Bis dahin helfen ein Schmerzmittel aus der Apotheke und etwas Schonung beim Kauen. Melden Sie sich, wenn die Schmerzen stärker statt schwächer werden, wenn eine Schwellung auftritt oder wenn der Zahn nach zwei Wochen noch schmerzt.
Stand 4. November 2026
Warum der Zahn danach noch reagiert
Bei der Wurzelbehandlung entfernen wir das entzündete Gewebe im Inneren des Zahns. Das Gewebe rund um die Wurzelspitze bleibt, und es war oft schon vorher gereizt. Die Reinigung reicht bis an die Wurzelspitze heran, das reizt es kurz ein weiteres Mal. Dazu kann die Stelle der Betäubung ein, zwei Tage etwas schmerzen. Beides ist ein Zeichen, dass der Körper heilt, und kein Zeichen, dass etwas schiefgegangen ist.
Was in den ersten Tagen normal ist
- ein dumpfes Druckgefühl oder leichtes Pochen, vor allem beim Draufbeissen
- Empfindlichkeit beim Kauen auf der behandelten Seite
- ein leicht gereiztes Zahnfleisch an der Stelle der Betäubung
- mit jedem Tag eine spürbare Besserung
Was hilft
- Ein Schmerzmittel aus der Apotheke lindert die Beschwerden. Lassen Sie sich dort beraten, oder fragen Sie uns.
- Essen, wenn das Gefühl zurück ist. Solange Lippe und Wange taub sind, warten Sie mit Essen und heissen Getränken. So beissen und verbrühen Sie sich nicht.
- Auf der anderen Seite kauen, in den ersten Tagen und vor allem, solange der Zahn nur vorläufig verschlossen ist. Nüsse, harte Krusten und Bonbons warten besser.
- Kühlen von aussen tut vielen gut: ein Kühlakku in ein Tuch gewickelt, einige Minuten, dann eine Pause.
Wann Sie sich bei uns melden
- Die Schmerzen werden nach zwei, drei Tagen stärker statt schwächer.
- Wange oder Zahnfleisch schwellen an, vielleicht mit Fieber. Dann am besten noch am selben Tag.
- Der Zahn schmerzt nach zwei Wochen noch.
- Beim Zubeissen trifft der behandelte Zahn zuerst auf. Dann ist der Verschluss oft eine Spur zu hoch, und wir passen ihn in wenigen Minuten an.
- Der vorläufige Verschluss ist herausgefallen oder gebrochen.
Wenn sich der Zahn Monate später wieder meldet
Ein wurzelbehandelter Zahn kann sich auch nach Monaten oder Jahren wieder melden, etwa wenn ein Kanal nicht vollständig gereinigt wurde oder der Verschluss undicht geworden ist. Oft lässt er sich mit einer erneuten Behandlung, der Revision, retten. Revisionen sind ein fester Teil unserer Arbeit. Mehr dazu im Beitrag «Revision einer Wurzelbehandlung: Wann sie sich lohnt».
Damit der Zahn ruhig bleibt
Ein wurzelbehandelter Zahn ist oft geschwächt. Bis er endgültig versorgt ist, schonen Sie ihn beim Kauen. Danach schützen wir ihn je nach verbliebener Substanz mit einer Teilkrone oder Krone aus Keramik. So hält er lange und fühlt sich an wie ein ganz normaler Zahn.


