Ratgeber · Zahnersatz

Alte Amalgamfüllung ersetzen?

Intraoralscanner in der Zahnlounge, der beim Ersatz einer Amalgamfüllung durch Keramik den Abdruck ersetzt

Eine intakte Amalgamfüllung dürfen Sie in aller Regel behalten. Ersetzen lohnt sich, wenn die Füllung undicht geworden ist, der Zahn Risse zeigt oder Sie das Amalgam los sein möchten. Dann ersetzen wir es durch eine zahnfarbene Füllung oder durch Keramik. Dabei arbeiten wir immer unter Spanngummi, und Sie erhalten einen Atemschutz. Amalgam selbst verwenden wir nicht.

Stand 20. Oktober 2026

Ist Amalgam gefährlich?

Amalgam enthält Quecksilber. Intakte Füllungen gelten nach wissenschaftlichem Konsens nicht als Gefahr. Heikel ist das Entfernen, denn beim Herausschleifen entsteht Quecksilberdampf. Deshalb raten wir nicht dazu, gesunde Füllungen vorsorglich zu ersetzen, und schützen Sie, wenn wir eine entfernen.

In der EU sind neue Amalgamfüllungen seit dem 1. Januar 2025 grundsätzlich verboten. Im November 2025 haben sich zudem über 150 Staaten darauf geeinigt, Amalgam bis 2034 nicht mehr zu verwenden. Ziel ist, weniger Quecksilber in Umlauf zu bringen. In der Schweiz ist Amalgam nicht verboten, es wird aber nur noch selten verwendet. Für bestehende Füllungen ändert das nichts: Sie dürfen bleiben.

Wann sich ein Ersatz lohnt

Alte Amalgamfüllungen können Risse im Zahn begünstigen und werden mit den Jahren undicht. Anzeichen dafür sind:

  • Der Rand der Füllung ist dunkel verfärbt, oder unter der Füllung hat sich Karies gebildet.
  • Der Zahn zeigt feine Risse, oder ein Höcker ist abgebrochen.
  • Der Zahn reagiert beim Kauen oder auf Kaltes empfindlich.
  • Sie möchten kein Metall mehr im Mund.

Ob das bei Ihnen zutrifft, sehen wir in der zahnärztlichen Kontrolle: unter Vergrösserung und mit digitalem Röntgen, wenn es etwas klärt. Sie sehen alles am Bildschirm.

Füllung oder Keramik?

Eine Füllung genügt bei kleinen Defekten und kleiner Karies. Wir bauen sie aus zahnfarbenem Komposit in Schichten auf und passen sie unter Vergrösserung an. Man sieht die Füllung nicht, man spürt sie nicht.

Alte Amalgamfüllungen sind oft gross. Dann ist Keramik der bessere Weg: als Inlay, Onlay oder Teilkrone, bei grossflächigen Defekten, nach einer Wurzelbehandlung und bei geschwächten Höckern. Keramik sieht aus wie ein natürlicher Zahn: in Farbe, Lichtdurchlässigkeit und Oberfläche. Ein digitaler Scan ersetzt den Abdruck, und für ein Inlay sind es in der Regel zwei Termine.

So schützen wir Sie beim Entfernen

  • Spanngummi: Ein dünnes Gummituch legt sich um den Zahn und hält Späne und Dampf von Mund und Rachen fern.
  • Atemschutz: Sie erhalten einen Atemschutz für die Nase.
  • Starke Absaugung direkt am Zahn, und wir entfernen die Füllung möglichst in grösseren Stücken, statt sie fein zu zerschleifen.
  • Örtliche Betäubung: So ist das Entfernen schmerzfrei.

Alle auf einmal oder nach und nach?

Das hängt davon ab, wie viele Füllungen es sind und in welchem Zustand. Meist ersetzen wir zuerst die Füllungen, die undicht sind oder den Zahn gefährden, und planen die übrigen in Ruhe. Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit ersetzen wir intakte Amalgamfüllungen nicht, wenn es sich verschieben lässt.

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