Ratgeber · Zahnfleisch

Zahnfleischentzündung: Was hilft?

Parodontalsonde und Mundspiegel auf einem Eichentablett, mit denen wir eine Zahnfleischentzündung beurteilen

Eine Zahnfleischentzündung entsteht fast immer durch Beläge am Zahnfleischrand. Es hilft, sie gründlich und sanft zu entfernen: weiter putzen, auch wenn es blutet, und täglich die Zwischenräume reinigen. Eine Dentalhygiene entfernt, was Zahnbürste und Zahnseide nicht erreichen. Klingt die Entzündung so innert ein bis zwei Wochen nicht ab, gehört das Zahnfleisch angeschaut.

Stand 20. Oktober 2026

Woran Sie eine Entzündung erkennen

  • Das Zahnfleisch ist gerötet oder geschwollen.
  • Es blutet beim Putzen oder beim Reinigen der Zwischenräume.
  • Ein unangenehmer Geschmack oder Mundgeruch hält sich.

Gesundes Zahnfleisch ist blassrosa, liegt straff am Zahn an und blutet nicht.

Was zu Hause hilft

  • Weiter putzen, gerade an den Stellen, die bluten. Wer sie schont, lässt den Belag liegen.
  • Sanft statt kräftig: eine weiche Zahnbürste, kleine Bewegungen am Zahnfleischrand, ohne Druck.
  • Zwischenräume einmal am Tag reinigen, mit Zwischenraumbürstchen in passender Grösse oder mit Zahnseide.
  • Mundspülung kann für kurze Zeit unterstützen, ersetzt aber die Reinigung nicht.

Warum es nicht von selbst vergeht

Die Entzündung ist die Antwort des Körpers auf die Bakterien im Belag. Solange der Belag bleibt, bleibt auch die Entzündung. Am und unter dem Zahnfleischrand verhärtet er mit der Zeit zu Zahnstein, und den entfernt keine Zahnbürste.

Zahnfleischentzündung oder Parodontitis?

Eine Zahnfleischentzündung, in der Fachsprache Gingivitis, betrifft nur das Zahnfleisch. Sie heilt vollständig aus, wenn die Beläge entfernt sind. Bleibt sie lange bestehen, kann sie auf den Halteapparat des Zahns übergreifen. Dann spricht man von Parodontitis: Es bilden sich Zahnfleischtaschen, und der Knochen um den Zahn baut sich ab. Diese Entzündung lässt sich zum Stillstand bringen, damit kein weiterer Knochen verloren geht. Verlorener Knochen wächst aber meist nicht nach. Deshalb lohnt es sich, früh hinzuschauen.

Wann Sie in die Praxis kommen sollten

  • Das Bluten hält trotz guter Pflege länger als zwei Wochen an.
  • Das Zahnfleisch geht zurück, oder die Zähne wirken länger.
  • Ein Zahn fühlt sich locker an, oder es tritt Eiter aus.
  • Ihre letzte Dentalhygiene liegt länger als ein Jahr zurück.

Während einer Schwangerschaft und bei Diabetes reagiert das Zahnfleisch empfindlicher. Rauchen kann ein Bluten verdecken, obwohl eine Entzündung besteht. In diesen Fällen lohnt sich ein genauerer Blick.

Was in der Praxis geschieht

Wir messen die Zahnfleischtaschen und sehen, wie tief die Entzündung reicht. Sie sehen am Bildschirm, was wir sehen. Ist es eine Zahnfleischentzündung, genügen meist eine Dentalhygiene und eine Anleitung für die Pflege zu Hause. Bei einer Parodontitis folgt eine systematische Behandlung: messen, reinigen, nachmessen.

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